Biographien einzelner Bonitz-Personen

 


 

    Johann Bonitz (1668-1718)

Zu Johann Bonitz weiß "Zedlers Universal-Lexicon" aus dem Jahre 1732 mit den "nöthigen Supplementen" aus dem Jahre 1754 folgendes zu berichten:

"Bonitz (Johann), der Weltweisheit Magister, anfänglich Rector auf der Schule zu Schneeberg, und hernach oberster Pastor zu Auerbach im Vogtlande, hat das Licht der Welt zu Zwönitz Erz-Gebürge den 25 Octob. 1668 erblicket, allwo sein Vater gleiches Namens ein Schneider gewesen, der aber hernach Schulmeister zu Tautenhagen un Ebersbach bey Colditz geworden ist. Seine Schul-Studien hat er zu Annaberg auf dem dasigen Alumnaeo unter dem Rector Krübeln und Lehmannen, auch dem Con-Rector Platern, und Sub-Conrector Hofmannen getrieben, bis er 1687 die Universität Leipzig bezogen, und allda unter Fellern, Alberti, Hardten, Cyprian, Thomasen, Gäßgen, Schmidten, Pfeiffern, Oleario, Tarpzoven, und Seeligmannen die Theologie, Oratorie, Poesie, Hebräische und andere Orientalische Sprachen erlernet, dabey jedoch unter andern seinen nothdürftigen Unterhalt in der Lanckischen Buchhandlung mittelst der Correctur gesuchet, dadurch er sich eine starcke Bücher-Kenntniß zuwege gebracht und erlanget hat.
Nach Verlassung der Universität Leipzig hat er nicht nur in Eyberstock des dasigen Pastors Schindlers, sondern auch ferner in Dreßden des damaligen Lehn-Secretairs Magnus Lichtners Kinder informiret, von welchen letztern sonderlich der eine Sohn, D. Magnus Gottfried Lichtner, nachheriger Stiffts-Rath in Wurzen, ihn sehr geliebet, und gerühmet, auch seine unter Joh. Sam. Strycken gehaltene Inaugural-Disputation de Praelatione dotis & fisci mutus in Concursa Creditorum mit dieser eigenhändigen Ueberschrift: Viro plurimum reverendo, M. Joanni Bonitio, Fautori, Praeceptori, ac Amico fao, hanc disputationem inauguralem dono transmittit, insimul, memoriam sui commendat Autor, nach Auerbach, wo er damals oberster Pastor gewesen, zugeschicket hat.
Im Jahr 1694 ist er, wiewohl erst nach dem nur einigen anderen zugleich mit anhaltenden Candidaten ausgestandenen Examen beym Ober-Consistorio in Dreßden, da er wegen der vorzüglichen Wissenschaft, sonderlich in der Hebräischen Sprache den Sieg davon getragen, Rector auf der Schule zu Schneeberg worden, welches Rectorat er auch 4 Jahre lang treulich, und mit Aufnahme der Schule verwaltet; worauf er 1698 von den Edlen Herren von der Planitz zu Auerbach im Voigtlande zum obersten Pastor allda beruffen worden.
Diesem Pastorate hat er bis an sein Ende, welches den 24 Jänner 1718 erfolget, mit großem Ruhme und vieler Liebe bey seinen Pfarr-Kindern fürgestanden. Ungeachtet er unterschiedene Gelegenheit gehabt, weiter und zu einem Superintendenten befördert zu werden; so hat er es doch ausgeschlagen.
Mit seinem 1694 erheyratheten Eheweibe, Annen Justinen Fritzschin, zu Schneeberg, hat er 9 Kinder, und unter selbigen den vorstehenden gleich folgenden Sohn, gezeuget."

Die "Historia Schneebergensis renovata", eine "erneuerte Stadt- und Berg-Chronica, der im Ober-Ertz-Gebürge Meißens gelegenen Berg-Stadt Schneeberg" von Christian Melzer aus dem Jahr 1716 ergänzt dazu:
Magister Johannes Bonitz, Zwönizensis, welcher an 1694, von Dreßden anhero vociret worden und nach Ostern d. 17. April sein Amt angetreten hat / auch hieruf seinen Fleiß in Regierung dieser Schulen nicht hat ermangeln lassen / wiewohl er diese Function nur 4 Jahr auff sich behalten / weil er zum Pastorat nacher Auerbach im Voigtlande befördert worden / dahin er auch d. 30. Maij 1698 sich von hier begeben hat.

Text zu Johann Bonitz (1668-1718)



    Johann August(in) Bonitz (1697-1766)

Auch für diesen Johann Bonitz (Sohn) findet sich eine Beschreibung in "Zedlers Universal-Lexicon" aus dem Jahre 1732 mit den "nöthigen Supplementen" aus dem Jahre 1754:

"Bonitz (Johann Augustin), der Weltweißheit Magister, der älteste Sohn des vorstehenden M. Johann Bonitzens, welcher 1697 zu Schneeberg gebohren, und anfänglich von seinem Vater zu Hause unterrichtet, auch hernach einige Jahre nach Schneeberg auf die Schule, von da aber wieder nach Hause in die eigene Information des Vaters genommen, zuletzt aber noch etliche Jahre auf das Gymnasium nach Altenburg unter dem Director Wilischen gesendet worden, bis er von dar auf die Universität Leipzig gegangen, allwo er sich in die 7 Jahre, und zuletzt bey Hofrath Kregeln als Hofmeister aufgehalten hat.
Hierauf ist er anfänglich 1721 zum Diaconat, und nach etlichen Jahren zum Pastorat in Auerbach, welches vormahls sein Vater begleitet gehabt, von denen Herren von der Planitz beruffen worden, allwo er auch noch bis anietzo unter großer Liebe seiner Zuhörer und in kinderlosem Ehestande lebet."


Er war nicht nur Pfarrer sondern auch ein Dichter von Kirchenliedern. Das Allgemeine biographische Lexikon alter und neuer geistlicher Liederdichter von 1804 schreibt:
"Bonitz, Johann August, ist Pastor primarius in Auerbach gewesen. Zwey Lieder von ihm stehen im Lüneburger Gesangbuch: Mein Gott, wie groß ist dein Erbarmen."
Wir finden seinen Liedtext im Mitauischen Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch von 1795 (Mittau ist im heutigen Lettland gelegen). Später findet man dieses Lied ab 1817 in verschiedenen nordamerikanischen Liederbüchern deutschsprachig täuferisch-protestantischer Glaubensgemeinschaften. Diese Gläubigen haben ihre Wurzeln in der reformatorischen Täuferbewegung Mitteleuropas. Der Großteil der Gemeinden wanderte im 18. Jahrhundert nach Pennsylvania in Nordamerika aus, um dort der in großen Teilen Europas anhaltenden Verfolgung zu entgehen.

Johann August Bonitz war dem Orientalismus recht zugetan. Ihn haben Bücher über Ägypten und den Orient nicht nur interessiert, er hat deren Herausgabe unterstützt und gefördert. Er starb am 8 Juli 1766, seine Ehefrau Dorothea Sophia ein Jahr vorher am 21. April 1765 in Auerbach. Gemeinsame Kinder sind keine bekannt.

Text zu Johann August(in) Bonitz



    Carl Heinrich Bonitz (1703-1781)

In "Zedlers Universal-Lexicon" aus dem Jahre 1732 und den "nöthigen Supplementen" aus dem Jahre 1754 findet sich folgende Lebensbeschreibung:

"Bonitz (Carl Heinrich), ein Rechts-Gelehrter und Sohn des nachstehenden M. Johann Bonitzens, ist zu Auerbach im Vogtlande den 22 Febr. 1703 gebohren. Die ersten Gründe seiner Studien hat er bey seinem Vater, als einem gewesenen Schulmanne, geleget, indem derselbe ihn zu Hause bis ins erste Jahr selbst informiret hat. Nachdem ihm nun 1718 bemeldeter sein Vater durch einen frühzeitigen Tod entrissen worden, ist er 1719 den 20 Febr. in die Chursächsische Land-Schule zu Grimma gekommen, da er denn unter dem Rector Ermeln, Con-Rector Schumachern, und dem dritten Collegen Egenolffen seine Schulstudien dergestalt abgewartet, daß er die ordentlich gesetzten 6 Jahre auszuhalten, nicht nöthig gehabt, sondern zu 1723 zu Fastnachten gedachte Schule mit seiner Herren Präceptoren Zufriedenheit und Erhaltung eines stattlichen Zeugnisses verlassen, auch im Junius dieses Jahres sich auf die Universität Leipzig begeben, und allda, ausser denen öffentlichen Vorlesungen, in denen Privatstunden über das Civil- Lehn- und Geistliche Recht D. Lommeln, D. Siegeln, D. Kästnern, D. Petermannen, und L. Uslebern; über die Philosophie hingegen D. Müllern gehöret; auch 1726 vor seinem Wegzuge nicht nur unter erwehnten D. Lommeln eine selbst gefertigte Disputation de genuina unionis prolium indole extra casum legis & observantiae specialis vertheidiget, sondern auch bey der dasigen Juristen-Facultät sich pro axi examinieren lassen; und dabey wiederum ein sehr gutes Zeugniß, auch nach abgelegtem Specimen in Dreßden die Immatriculacion zur Advocatur erhalten, worauf er sich 1727 im Monat Junius nach Lichtenstein ins Schönburgische begeben, und von solcher Zeit an bis hieher allda mit gutem Erfolg advociret.
Im Jahr 1733 im Monat April erhielte er auf der Universität Halle die Doctor-Würde, und verheyrathete sich darauf den 16 Junius mit Fr. Marien Concordien, Johann Gottfried Jahns, gewesenen Königl. Poln. und Chursächsischen Amtsmanns zu Wolckenstein, auch Bürgemeisters in Marienberg hinterlassener Witwe, mit welcher er 8 Kinder gezeuget hat.
Im Jahr 1742 ist er von der Chursächsischen Societät Christlicher Liebe und Wissenschaften zum Mitglide aufgenommen worden. Oeffentliche Bedienungen und Ehren-Aemter hat er, der unterschiedlich gehabten Gelegenheit ungeachtet, bisher weder gesuchet noch angenommen, in der Meinung, quod bene vixit, qui bene latuit."

Carl Heinrich Bonitz war "Advokat, Rath und Amtmann" in Diensten des Grafen Schönburg in Lichtenstein. Er heiratete am 16. Juni 1733 Maria Concordia Heeg, mit der er acht Kinder hatte. Darunter: Ehregott Leberecht Bonitz, geb. 1742 zu Lichtenstein, sowie Rahel Sophia, geb. um 1743, verheiratet 1766 mit Christian Heinrich Bergmann.
Er verstarb 78-jährig als Advokat am 8. März 1781.

Text zu Carl Heinrich Bonitz (1703-1781)



    Ehregott Leberecht Bonitz (1742-1813)

Ehregott Bonitz wurde am 1 Mai 1742 in Lichtenstein als Sohn des Advokaten Carl Heinrich Bonitz und seiner Ehefrau Maria Concordia geb. Heeg in Auerbach im Vogtland geboren. Von 1757 bis 1763 war er Schüler der Königlichen Landesschule zu Grimma. 1767 wurde er in Leipzig Magister und 1785 Pfarrer zu Hohkirch bei Görlitz.

Im "Lausitzischen Magazin oder Sammlung verschiedener Abhandlungen und Nachrichten" aus dem Jahre 1786 finden wir sein Lebensbild bis zu seiner Bestellung als Pfarrer in Hohkirch bei Görlitz:
"Hohkirch, 1 Meile von Görlitz. Das hiesige Pfarramt ist, bereits am 2. Oct. vor. Jahrs mit dem Candid. Herrn M. Ehregott Lebrecht Bonitz wiederum besetzt worden. Er ist im Jahr 1742 am 1. May zu Lichtenstein im Schönburg. gebohren, wo sein, im Jahr 1781 sel. verstorbener Vater, Hr. D. Karl Heinrich Bonitz, Reichsgräfl. Schönburg. Rath u. Amtmann, und die 10 Jahre vorher verstorbene sel. Mutter Fr. Marie Concordie geb. Hergin, daselbst gewesen. Seine ersten Lehrer waren der damahlige Cantor und Rector in seiner Vaterstadt. Als er 12 Jahre alt war, unterrichtete ihn sein Schwager, Hr. Walther, welcher damahls Pfarr zu Gatzen, im Stift Zeitz war. Nach 2 Jahren kam er auf die Landschule Grimma, und nach 6 Jahren auf die Universität Leipzig, wo er die Vorlesungen Crusius, Ernesti, Seydlitz, Hebenstreit, Tellers, Dreßde, Körners, Boßeck, Gellerts, Winklers, Burschers, abwartete. In seinem 4ten Universitäts-Jahre ließ er sich pro gradu Magist. examiniren, und erhielt darauf das Diplom. Sein Vorsatz war, in Leipzig seine Versorgung abzuwarten; da aber sein Vater verlangte, daß er die Stelle eines Hofmeisters bey dem jungen Herrn v. Trützschler, auf Ellefeld im Voigtlande, annehmen sollte, so that er dasselbe. Und als sein junger Herr, nach 2 Jahren, zur Jägerey kam: so verlangte ihn der damahlige Schönburgische Superintendent zu Waldenburg, Hr. Oppe, zum Lehrer seiner Kinder. Diese Information dauerte aber nicht länger als 1/2 Jahr, weil ihm dieser Gönner, welcher außer den Informations-Stunden mit ihm studirte, und sehr liebreich mit ihm umging, starb. Dieser Todesfall war ihm außerordentlich schmerzhaft; und weil er denselben zu sehr empfand: so rieth ihm sein Vater, daß er seine Brüder in der Oberlausitz besuchen sollte. Er that dieß und reisete dahin. Ob nun gleich diese Reise nicht dahin abzielen sollte, in der Oberlausitz zu bleiben, sondern, nach des Vaters Willen, wiederum nach Hause zu kommen, weil er seine Versorgung in der Heimath finden sollte; so mußte es sich doch so fügen, daß er bey seinem Bruder [Anm.: Samuel Dorotheus Bonitz], dem damahligen Stifts-Actuar. zu Joachimstein bey Radmeritz -- (nachherigen Amtsrath zu Mußkau) -- auf dessen Bitten blieb, und dessen Stiefsohn informirte. Nach 2 Jahren wollte er sich nach Dreßden begeben, sich alda pro Candid. examiniren zu lassen und von dasigen Ober-Consistor. versorgt zu werden. Da ihn aber der Major v. Minkwitz, auf Niederweigsdorf, zum Hofmeister seines Sohnes begehrte, und er dabey die Aussicht von Dreßden aus versorgt zu werden behielt: So nahm er diese Hofmeisterstelle an. Die Vorsehung aber änderte, nach der Zeit, seinen gehabten Vorsatz, und es gefiel ihr, daß er, wider alles Vermuthen 1776, als Privatlehrer des jungen Schlüters in Zittau, angestellt ward. Hier war er so gut versorgt, daß er es, im Andenken, nicht genug rühmen kann. Er hatte dabey verschiedene Gelegenheiten, in ein Amt zu kommen; es schien aber als wenn es Menschen hinderten. Die Vorsehung erweckte ihm viel Gönner, und unter andern einen, ganz unvermuthet, an dem Hrn. D. Hefter, ber. Stadtphys. in Zittau, welcher sich erboth, ihn dem Hrn. Amtshauptmann v. Kyau bekannt zu machen und zu empfehlen. Als er verschiedene Mahl zu Friedersdorf, in Gegenwart des Hrn. Amtshauptmanns gepredigt, und dessen Zufriedenheit mit ihm erlangt hatte: ward er als Pfarrer hieher bestimmt. Er legte am 5. p. Trin. (den 26. Jun. vor. Jahr.) seine Probepredigt ab; reisete nach Dreßden, wo er am 18. Jul. examinirt, am 20ten ordinirt, und die Anzugspredigt am 19. p. Trin. (den 2. Oct.) gehalten worden. Seine Abschiedspredigt in Zittau, wo er von 1778 bis 1784 ein Mitglied der Prediger Collegien gewesen, geschah am 1ten Weihnachts-Feyertage 1784."

Ehregott Leberecht Bonitz heiratete Christiane Elisabeth Richter und hatte mit ihr zumindest eine Tochter: Sidonie Henriette Amalie Bonitz, geb. am 20 Feb 1803 in Hohkirch.
Er starb am 10. April 1813 im Alter von 70 Jahren.

Text zu Ehregott Leberecht Bonitz



    Christian August Bonitz (1776 - 1829)

Der Pastor Christian August Bonitz wurde am 26. Mai 1776 in Wittgensdorf bei Chemnitz als Sohn des Johann Gottlieb Bonitz geboren, der dort Gartenbesitzer, Strumpfwirker und Acciseinnehmer war.
Er besuchte von 1788 bis 1794 die Schule zu Chemnitz. 1794 hat er sich an der Universität Leipzig immatrikuliert, wo er bis 1798 studierte.
Seit 1801 war er Pastor substitut. in Lengefeld bei Annaberg.
Am 14. Mai 1801 heiratete er in Lengefeld Johanna Mariana Friederike Port, die Tochter seines Vorgängers im Pfarramte zu Lengefeld, Friedrich Gottlob Port.
Am 17. Oktober 1803 war die feierliche Magisterpromotion zu Wittenberg, wo er nebst 20 weiteren Herren von dem philosophischen Decan, Hrn. Prof. Langguth, zum Doctor der Philosophie ernannt wurde.
Seit 1816 bekleidete er als "wirklicher" Pastor das Pfarramt zu Lengefeld bei Annaberg.
Als Schriftsteller hat er sich durch eine treffliche Biographie des Johann Ehrenfried Wagner, Oberpfarrers zu Marienberg bei Annaberg, nach einem handschriftlichen Entwurfe bearbeitet, (Zwickau 1808) bekannt gemacht.

Am 26. Juli 1829 starb Herr Mag. Christian August Bonitz, Pastor zu Lengefeld bei Zschopau, im 53. Lebensjahre.
Er hatte mit seiner Frau 13 Kinder, von deren Nachkommen aber bisher nur sehr wenig bekannt ist.

Text zu Christian August Bonitz



    Karl Friedrich Bonitz (1775 - 1835)

Karl Friedrich Bonitz wurde am 2. Februar 1775 in Zwönitz als Sohn des Bürgers, Handelsmannes und Spitzenhändlers Christoph Friedrich Bonitz und dessen Frau Christiane Rosine geb. Höckrig geboren.
Eine andere Quelle besagt, er sei der "Sohn eines Schmiedes aus dem Erzgebirge", allerdings gibt es dafür keinen konkreten Beleg.

Karl Friedrich studierte Theologie und wurde 1803 Nachfolger Hellfelds als Diakonus der Kirche St. Stephani zu Langensalza, aber schon 1808 mit dem Amte des Superintendenten betraut. Er hatte als Kandidat einige gelehrte Abhandlungen veröffentlicht; als Superintendent eines so großen Kirchenkreises hatte er für dergleichen Arbeiten keine Zeit.
Vermählt hatte er sich im Jahre 1803 - damals noch Diakonus der Marktkirche - mit Marie Sophie Schmalkalden, der Bürgermeisterstochter.

Erst 1817 erhielt er anläßlich der dritten Jahrhundertfeier der Einführung der Reformation von der Theologischen Fakultät zu Leipzig das Diplom als Doktor der Theologie.
Großes Verdienst erwarb sich Bonitz um die Regelung des Schulwesens. 1816 war die Einrichtung einer zweiten Mädchenschulklasse in Langensalza erfolgt. 1824 bewirkte er die Umwandlung der in der langen Kriegszeit heruntergekommenen Lateinschule in eine Bürgerschule.
1832 fand die Einrichtung einer geordneten Volksschule statt, die gewissermaßen aus der vom Kandidaten Etzdorf und dem Kirchner Zolling 1813 eröffneten Armenschule erwachsen war. 1834 erfolgte die Eröffnung einer Kleinkinderschule (Bewahranstalt) im Waisenhause.

Karl Friedrich Bonitz (1775-1835)

Karl Friedrich Bonitz bereitete 1825 in seinem Hause in Langensalza den Dichter Heinrich Heine zum Christglauben vor und wurde dann sein Taufpate.

Mit seiner Frau hatte er mind. 5 Töchter und 2 Söhne, die beide Lehrer wurden. Vom älteren, Karl, ist nur bekannt, dass er Theologie studierte, dann Hauslehrer in Agram (Zagreb) und später Leiter des Institutes in Crajova (Rumänien) wurde. Er sei "ein begabter Mensch gewesen, der ins Ausland ging und verschollen ist."
Der jüngere Sohn, Hermann Bonitz (1814-1888) erlangte große Bekanntheit als Philologe und Schulreformer in Wien und Berlin.

Karl Friedrich Bonitz verstarb 60-jährig am 13. August 1835 in Langensalza. Das Sterberegister St. Stephani zu Langensalza hat folgenden Eintrag:
"Am 13.August 1835, Abends 6 Uhr verstorben; begraben am 16.08.1835 des Morgens unter Glockengeläut von beiden Türmen in ein Gewölbe.
Name: Carl Friedrich Bonitz; Dr. der Theologie, königl. Superintendent und Oberpfarrer allhier, gebürtig aus Zwönitz im sächs. Erzgebirge, 60 Jahre, 6 Monate, 11 Tage".
Nur bei ganz besonderen Persönlichkeiten wurden die Glocken beider Kirchen (der Stephani- und Bonifacii-Kirche) geläutet.




    Hermann Bonitz (1814-1888)

wurde geboren am 29. Juli 1814 in Langensalza (Thüringen) als 6. Kind seiner Eltern.
Sein Vater war Karl Friedrich Bonitz, Pfarrer und Superintendent aus Zwönitz/Erzgebirge, seine Mutter Maria Sophia Schmalkalden, Bürgermeisterstochter aus Langensalza.

Er war Schüler der Landesschule Schulpforta (ehemals Erweiterte Oberschule Schulpforte), die sich in den Mauern eines ehemaligen Zisterzienserklosters bei Naumburg (an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen) befindet.

Studium
in Leipzig bei G. Hermann Philosophie, Philologie, Theologie und Mathematik,
in Berlin bei Boeckh und Lachmann Philologie

Lehramt
Hermann Bonitz in Wien 1836 Lehrer am Blochmann Institut in Dresden und Ernennung zum Dr. phil. in Leipzig,
1838 Oberlehrer am Friedrich-Wilhelm Gymnasium, Berlin
1840 Oberlehrer am Gymnasium "Graues Kloster", Berlin
1842 Professor am Marienstiftsgymnasium in Stettin

1849-67 Universitäts-Professor in Wien
Unmittelbar nach der Wiener Revolution von 1848 wurde Hermann Bonitz zu Ostern 1849 als Professor für Klassische Philologie an die Universität Wien berufen.
Dort errichtete er das Philologische Seminar zur Ausbildung von Gymnasiallehrern.

Als Folge der neu gewonnen Lehr- und Lernfreiheit entstand 1849 gemeinsam mit Franz. S. Exner der "Entwurf der Organisation der Gymnasien und Realschulen in Österreich". Die dann 1854 unter Unterrichtsministers Leo Graf Thun-Hohenstein durchgeführte Reform zum 8-klassigen Gymnasium mit der "Maturitätsprüfung" als Abschluß führte zu einer Historisierung des Unterrichts mit Schwerpunkt auf der geschichtlichen Entwicklung der Griechen und Römer. Das wurde erreicht durch eine Verstärkung des Griechischunterrichts und der Verschiebung des Schwerpunkts im Lateinunterricht weg von rhetorischen Übungen und hin zum Verständnis von Sprache und Literatur.
1850-67 war er Gründer und Herausgeber der "Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien"
1854 wurde Hermann Bonitz Mitglied der Akademie der Wisseschaften zu Wien, 1864 Mitglied im Ausschuß für Bildung.

1867-88 Direktor und Regierungsrat in Berlin
Eintrag im Berliner Adressbuch, 1876 1867 übersiedelte Hermann Bonitz nach Berlin und wurde Direktor des Gymnasium "Graues Kloster".
Außerdem war er Direktor des Königlichen pädagogischen Seminars für gelehrte Schulen.
1871 legt der Berliner Verein der Gymnasial- und Realschullehrer ein Regel- und Wörterverzeichnis zur Vereinheitlichung der Deutschen Rechtschreibung vor (Berliner Regelbuch), das schon kurz nach seinem Erscheinen den Schulen als Grundlage für die gewünschte Einigung der Lehrerkollegien empfohlen wird. Mitarbeiter sind u.a. Wilhelm Wilmanns und Hermann Bonitz.
Hermann Bonitz 1874 wurde er Geheimer Regierungsrat und 1875 dann Vortragender Rat am Ministerium der geistlichen Angelegenheiten (später: Unterrichts-Ministerium).
Im Januar 1876 findet in Berlin unter Leitung von Hermann Bonitz eine "Konferenz zur Herstellung größerer Einigung auf dem Gebiet der deutschen Orthographie" statt.
1879 wird Hermann Bonitz Geheimer Oberregierungsrat
1882 erfolgt die Reform des preußischen höheren Schulwesens unter dem Kultusminister Grossler, an deren Entstehung Bonitz maßgeblich beteiligt war. Die neuen preußischen Lehrpläne sahen u.a. fortan keinen Biologieunterricht mehr in der Oberstufe von Gymnasien und Realschulen vor und legten mehr Wert auf Mathematik, klassische Naturwissenschaften sowie das Textverständnis im Latein- und Griechischunterricht.

Hermann Bonitz zog sich 1888 als Geheimer Oberregierungsrat aus dem Arbeitsleben zurück und verstarb noch im selben Jahr am 25. Juli in Berlin kurz vor seinem 74. Geburtstag.

Er war Mitglied der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften, seit 1864 Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien sowie seit 1867 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Hermann Bonitz war Stifter des Bonitz-Preis der Wiener Akademie der Wissenschaften für Arbeiten aus dem Gebiet der Klassischen Philologie und Philosophie (erstmals vergeben 1890). 1919 erhält der Berliner Mathematiklehrer und Philosoph Fritz Heinemann den Bonitz-Preis für eine Arbeit über Plotin.

Im Arkadenhof des Hauptgebäudes der Universität Wien (1884) stehen derzeit rund 150 Plastiken und Reliefs Wiener Gelehrter, darunter eine Denkmalgruppe des Bildhauers Carl Kundmann (1892), die den Reformern des österreichischen Bildungswesens Leo Graf Thun-Hohenstein, Franz Exner und Hermann Bonitz gewidmet ist

Hermann Bonitz (1814-1888)

Hermann Bonitz heiratete im Januar 1843 Bertha Maria Semmel aus Gera, die auch nach seinem Tode 1888 in Berlin blieb und dort das stolze Alter von 97 Jahren erreichte. Drei ihrer Kinder wurden in Stettin geboren. Darunter auch der Sohn Eduard Friedrich (geb. 1844), der von 1879 bis zu seinem frühen Tode 1889 als Stadt- und Amtsrichter in Berlin wirkte.

Neben seiner Bedeutung für die Reformierung der Oberschulen in Wien und Berlin ist Hermann Bonitz vor allem bekannt für seine umfangreichen Werke über Plato and Aristoteles. Sein "Index Aristotelicus", (Berlin 1870), die "Platonischen Studien" (1875, 1886) sowie seine Übersetzung von Aristoteles' "Metaphysik" (Berlin 1890) sind bis heute Standardwerke jedes Geisteswissenschaftlers.




    Die Bonitz Brüder in Goldsboro, North Carolina, USA

Julius August (1841-1891) und Joh. Heinr. William (1839-1913) Bonitz wurden in Zellerfeld im Harz geboren, das damals zum Königreich Hannover gehörte. Sie waren Söhne des Johann Heinrich Wilhelm Bonitz und der Johanne Dorothea Louise Schalitz. Ihre Familie in Zellerfeld ging schon seit vielen Generationen dem Handwerk des Bergbaus nach.

William Bonitz wanderte um 1855 in die USA aus und lebte zunächst einige Zeit in Washington, D.C. Im Jahr 1859 zog er nach Goldsboro in North Carolina, wo er 550 Acre Land am Stoney Creek östlich von Goldsboro kaufte. 1862 heiratete er Mary Elise Stegner, mit der er neun Kinder hatte. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges arbeitete er mit seinem Bruder Julius an seiner Zeitung, die zuerst "Rough Notes" und später "The Goldsboro Messenger" hieß.

Zur selben Zeit stellten die beiden auch offizielle Briefumschläge für die konföderierten Staaten her. Williams körperliche Verfassung war nicht ausreichend für den regulären Militärdienst, doch im Jahr 1865 meldete er sich dennoch freiwillig und kämpfte in der Schlacht von Bentonville.
Von 1867 bis 1879 betrieb er das elegante Bonitz Hotel an der Ecke Chestnut- und Center Street in Goldsboro, doch 1879 verkaufte er das Hotel.
1889 zog er um nach Wilmington und eröffnete dort das Bonitz Hotel an der Nordseite der Market Street. William Bonitz starb 1913 im Alter von 73 Jahren in Wilmington. Unter seinen neun Kindern ist auch Henry Emil Bonitz, der sich als Architekt einen großen Namen gemacht hat.

Julius A. Bonitz (1841-1891)

Julius Bonitz kam 1857 als 16-Jähriger in die Vereinigten Staaten und zog 1861 nach Goldsboro. Damals zählte Goldsboro etwa 1000 Einwohner (Sklaven eingeschlossen). Der noch junge Julius meldete sich zu den "Goldsboro Rifles" und diente drei Jahre in der konföderierten Armee.
Nach Ende des Krieges kaufte er die Zeitung "Rough Notes" (später: Goldsboro Messenger), die er dort bis 1888 herausgab. Dann verlegte er die Zeitung nach Wilmington. Der Goldsboro Messenger war für einige Zeit die am weitesten verbreitete Zeitung in North Carolina.

Julius Bonitz heiratete 1873 Delia Berndt aus Lynchburg, Virginia, und sie lebten in der Elm Street in Goldsboro. Er war auf Seiten der Demokraten sehr aktiv in der Politik, z.B. war er Vorsitzender des Demokratischen Kommittees von Wayne County. Außerdem war er Delegierter für die Demokratischen Nationalkonvente in den Jahren 1872 bis 1880, sowie 1884.

Er war Vorsitzender des Rats für Schulen und Erziehung von Wayne County sowie ein Verwalter und Treuhänder für das North Carolina State Hospital in Goldsboro.
1881 errichtete Julius Bonitz das "Messenger" Opernhaus in Goldsboro an der Ecke Chestnut- und Center Street. Dort spielten viele Wanderschauspielgruppen und fahrende Musical-Veranstaltungen. Selbst die berühmte Sousa Band spielte dort, genauso wie die Ziegfield Musicals oder Billie Burke.

Julius Bonitz zog 1888 nach Wilmington und gab dort weiterhin seine Zeitung heraus, bis er 1891 starb. Obwohl er in Wilmington begraben liegt, wurde ihm in Willowdale in Goldsboro ein Denkmal errichtet. Seine Tochter Hilda Bonitz, verheiratete Canady, lebte bis 1971.

Die Bonitz Brüder sind ein typisches Beispiel für die vielen jungen, begabten und tatkräftigen Deutschen, die im 19. Jahrhundert in die USA kamen.
Ihre Grabsteine befinden sich auf dem Oakdale Friedhof in Wilmington, North Carolina.

(Text entnommen und übersetzt aus den USGenWeb Archiven.)

Julius A. Bonitz Gedächtnis-Säule



    Dr. jur. Emil August Egmont Bonitz (ca. 1845 - ca. 1927)

Der Regierungsrat Emil August Egmont Bonitz wurde um 1845 in Schwarzenberg geboren und promovierte 1871 an der Universität Leipzig zum Dr. jur. Er bekleidete vom 15. Okt. 1877 bis zum 15. Okt. 1892 die Position des Amtshauptmanns/Landrats im Landkreis Auerbach in Sachsen. Er kam aus der Kreishauptmannschaft in Zwickau und ging 1896 als Geheimer Regierungsrat und Erster Rat zur Kreishauptmannschaft in Bautzen.
Egmont Bonitz wirkte als Minister (Geheimer Regierungs-Rath und vortragender Rath im Königlichen Ministerium des Innern) in der Sächsichen Regierung von ca. 1899 bis ca. 1907.
Von 1905 bis ca. 1911 war er außerdem Präsident der Königlichen Feuerversicherungskammer in Dresden.
Er war träger des Verdienstordens 1.Klasse als Geheimer Regierungsrat des Innern (1896) und des Komturkreuzes des Albrechtsordens (1902).

Egmont Bonitz war verheiratet mit Marie Ilberg. Er hatte mindestens 3 Kinder, darunter den Regierungsassessor Emil Adolf Martin Bonitz.
Er starb um 1927 in Dresden.




    Eberhard Bonitz (1921-1980)

Der Kirchenmusikdirektor, Organist und Komponist Eberhard Bonitz wurde am 19. Januar 1921 als Kind des Kaufmanns und Obersteuerinspektors Ernst Wilhelm Kurt Bonitz und dessen Ehefrau Marie Martha Klara, geb. Hentschel in Dresden geboren.

Er begann seine Studien 1939 am Kirchenmusikalischen Institut der Evang.-Luth. Landeskirche in Leipzig und war bereits im selben Jahr Vertreter von Prof. Günter Ramin an der Orgel der Thomaskirche zu Leipzig, wo er auch bei großen Aufführungen mit dem Thomanerchor auftrat.
Zu seinen Lehrern gehörten u.a. auch Johann Nepomuk David und Kurt Thomas.
Nach dem Abschlussexamen 1941 war er Stadtkantor in Naila/Oberfranken und ab 1943 Musiklehrer an der Annenschule in Dresden.
Er heiratete 1942 Elisabeth Menzel.

Eberhard Bonitz (1921-1980) Nach der Bombardierung Dresdens 1945 flüchtete Eberhard Bonitz mit seiner Familie nach Naila. Dort konvertierte er mit seiner Familie von der evangelisch-lutherischen zur römisch-katholischen Kirche und siedelte nach Bamberg über. Er war kurze Zeit als Organist an der Universitätskirche in Erlangen tätig und ansonsten frei schaffender Komponist, Organist und Orgelsachverständiger. In letzterer Eigenschaft arbeitete er mit der Orgelbaufirma Keller in Selb/Oberfranken zusammen. Er betreute 1947 die Instandsetzung der großen Orgel der Benediktinerabtei Münsterschwarzach (bei Würzburg). Im folgenden Jahr wurde er Kirchenmusikdirektor, Organist und Chorleiter an der Stiftskirche zu Ellwangen/Jagst, wohin ihm 1949 die ganze Familie folgte.
Von Eberhard Bonitz stammt auch der Entwurf der neuen Orgel in der kath. Pfarrkirche Oberkochen, dessen Bauleitung er 1950 übernahm.
Im Jahr 1954 zogen er und seine Familie nach Lingen um, wo er im Dezember 1954 zum Diözesan-Musikdirektor, Organist und Chorleiter an der St. Bonifatiuskirche ernannt wurde. Diese Aufgaben nahm er bis zu seinem Tod wahr. Er war für die Diözese Osnabrück als führender Orgelsachverständiger für alle Orgelrenovierungen zuständig.

Neben seiner umfangreichen Konzerttätigkeit als Organist profilierte sich Eberhard Bonitz zunehmend auch als Komponist, insbesondere nach dem II. Vatikanischen Konzil für die Neubearbeitung des Kirchenliedes und der Choralsätze geistliche Chorwerke und Orgel und Kammermusik.
Seit 1939 veröffentlichte Eberhard Bonitz zahlreiche wissenschaftliche Schriften über den Orgelbau und über verschiedene Orgeln, die er nach dem Krieg zusammen mit namhaften Orgelbaufirmen restaurierte. Sein Name findet sich auf vielen Kompositionen für Orgel, Kammermusik, Lieder, Kanones, Messen und Chorsätzen, die zum Teil veröffentlicht sind. Mitschnitte von Rundfunkkonzerten in Ellwangen und Hannover sind in den Archiven der betreffenden Rundfunkanstalten bewahrt. Bonitz führte in Ellwangen große Chor- und Orchesterkonzerte auf (unter anderem von Bach, Händel, Mozart, Haydn wie auch Messen des 20. Jahrhunderts). Vor allem in Lingen war er bekannt für seine Improvisationen, an die sich viele noch erinnern werden.

Eberhard Bonitz starb nach kurzer, schwerer Erkrankung im September 1980 in Lingen/Ems und hinterließ 7 Kinder, darunter den Kontrabassist und Komponist Matthias Bonitz, die Flötistin Benedikta Bonitz und den ehemaligen Bonner Orchesterdirektor Laurentius Bonitz.




    Ludwig Bonitz (1936-2007)

Ludwig Bonitz (1936-2007)Ludwig Bonitz wurde am 8. Oktober 1936 im thüringischen Gotha geboren. Seine Eltern waren Karl Bonitz, Lehrer in Langensalza, und dessen Frau Lotte geb. Stadelmann. Ludwig hatte zwei ältere Schwestern sowie einen Zwillingsbruder.

Nach dem Schulbesuch absolvierte er von 1951 bis 1954 eine Ausbildung zum Plakatmaler und Gebrauchswerber.
Anschließend studierte Ludwig Bonitz von 1956 bis 1959 an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm. Die Landschaft an der Küste verzauberte und begeisterte ihn, so dass er sie seither nie für längere Zeit verlassen hat.

Von 1959 bis 1979 arbeitete er als Grafiker und Atelierleiter bei der DEWAG Rostock. Parallel dazu belegte er 1969-1974 ein externes Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, das er 1975 mit dem Diplom bei dem Illustrator Prof. Werner Klemke und Prof. Axel Bertram abschloss.
Seit 1976 war er dann Fachlehrer für Grundlagen der Gestaltung an der Fachschule für Angewandte Kunst Heiligendamm.

Mit Gründung der Hochschule Wismar 1992 wurde Ludwig Bonitz zum Professor für Entwurfsgrundlagen, Naturstudium und künstlerische Druckgrafik berufen.
Ludwig riss seine Studenten und Kollegen mit spitzfindigem Humor und schier unermüdlicher Energie mit. Eben dieser Witz kommt in seinen zahlreichen Werken von Karikaturen als Druckgrafiken bis zu Naturmalerei mit Bleistift oder als Aquarell zum Ausdruck.

Er emeritierte von seiner Professorenstelle im Jahr 2002 und behielt noch bis 2004 einen Lehrauftrag für Künstlerische Druckgrafik an der Hochschule Wismar.

Ludwigs Arbeiten umfassen vor allem Zeichnungen, Druckgrafiken und Aquarelle; seine herausragenden Leistungen lagen in der Werbung, im Grafikdesign und in der Druckgrafik. Er selbst bezeichnete sich gerne als "Gebrauchsgrafiker". Aber auch als Landschafts- und Naturmaler und nicht zuletzt als Bildhauer und Keramiker bewies er seine Talente und prägte seinen eigenen Stil.

Ludwig Bonitz verstarb im Alter von 70 Jahren am 17. Februar 2007 völlig überraschend während eines Urlaubs auf Kuba.
Er hinterlässt fünf Kinder und fünf Enkelkinder.



Seite zuletzt aktualisiert am: 6. Dezember 2016
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